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Großstädte in Deutschland - Osnabrück

Osnabrück ist eine Stadt in Nordwestdeutschland. Mit derzeit ca. 164.000 Einwohnern ist sie nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Bundeslandes Niedersachsen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Weser-Ems ist Sitz einer Universität und einer Fachhochschule sowie eines katholischen Bistums. Osnabrück ist Eisenbahnknotenpunkt mit Personenbahnhof in der seltenen Bauform eines Turmbahnhofes und Rangierbahnhof. In Osnabrück befindet sich der einzige Kreuzbahnhof von Deutschland. Von hier aus besteht auch ein Stichkanal zum Mittellandkanal. Zusammen mit Münster (Westfalen) besitzt Osnabrück einen Verkehrsflughafen.

Nächst größere Städte sind Münster, ca. 44 km südlich, Dortmund, ca. 93 km südwestlich, Bremen, ca. 103 km nordöstlich und Hannover ca. 114 km östlich von Osnabrück. Die Einwohnerzahl der Stadt Osnabrück überschritt 1940 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Osnabrück liegt im so genannten Osnabrücker Land inmitten des "Osnabrücker Hügellandes" zwischen Höhenzügen des Wiehengebirges im Norden und des Teutoburger Waldes im Süden am linken Ufer der Hase.

Die Höhenlage am Neumarkt beträgt 64 m über NN. Der höchste Punkt der Stadt befindet sich am Piesberg und misst 190 m über NN, der tiefste Punkt befindet sich beim Fluss Hase in Pye und misst 54 m über NN.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Osnabrück. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Wallenhorst, Belm, Bissendorf, Georgsmarienhütte und Hasbergen (alle Landkreis Osnabrück) sowie Lotte (Kreis Steinfurt) in Nordrhein-Westfalen

Wappen

Beschreibung: In Silber ein sechsspeichiges schwarzes Rad. Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad
Bedeutung: Das Rad als Münzzeichen des Hochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, allerdings wurde es im Laufe der Geschichte in unterschiedlichen Formen abgebildet. War es anfangs noch Rot, so ist es seit 1496 in schwarzer Farbe überliefert. Später wird es aber erneut auch rot dargestellt. Doch hat sich die schwarze Tingierung letztentdlich bis heute durchgesetzt. Im 13. Jahrhundert war neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes im Wappen abgebildet. Später wurde jedoch nur noch das Rad gezeigt.

Geschichte

Osnabrück entwickelte sich als Markt um den 780 von Karl dem Großen gegründeten Bischofsitz. 804 gründete dieser hier auch das erste Gymnasium Deutschlands, das heutige Carolinum. Im Alten Reich war Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des gleichnamigen Hochstiftes. 1643-1648 wurde hier und in Münster (Westfalen) der Westfälische Friede ausgehandelt. In dieser Zeit bemühte sich die Stadt, die zur Hälfte lutherisch war, mehrfach um den Status einer reichsfreien Stadt. Die 1631 gegründete Universität wurde 1633 von schwedischen Truppen aufgehoben; sie wurde 1974 neu gegründet. Mit dem Hochstift kam Osnabrück 1803 an Hannover, 1806 an Preußen, 1810 an Frankreich, 1815 wieder an Hannover. Im Königreich Hannover bestand das Hochstift als Verwaltungseinheit weiter bzw. neu. Nach 1867 war Osnabrück Hauptstadt des Regierungsbezirks Osnabrück. Diesen Status verlor es erst 1977 bei der Gebietsreform, als der Regierungsbezirk Weser-Ems geschaffen wurde, für den Oldenburg als Hauptort bestimmt wurde.

Religionen

Die Stadt Osnabrück wurde bereits 804 Sitz eines Bistums, so dass die Stadt bis zur Reformation auch komplett zu diesem Bistum gehörte. Das zuständige Archidiakonat war die Dompropstei. Seit 1521 wurden in Osnabrück lutherische Predigten gehalten und 1543 führte die Stadt die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Der Dom und die Kirche St. Johann blieben jedoch katholisch. Dies ist die Ursache dafür, dass die Stadt weder ganz protestantisch, noch ganz katholisch wurde. Der Dom bildete das Herz des Hochstifts Osnabrück, das bis 1803 ein geistliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation blieb. Die katholischen Bewohner unterstanden dem Hochstift, für die protestantischen Bewohner übte der Rat der Stadt die Kirchenverwaltung aus, indem er ein "Konsistorium" einrichtete. 1803 kam das Hochstift Osnabrück an Preußen, anschließend an Frankreich und 1815 zum Königreich Hannover. Dieses bildete 1815 für die protestantische Kirchenverwaltung insgesamt 5 Konsistorialbezirke, darunter ein lutherisches Konsistorium in Osnabrück und ein paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Konsistorium in Aurich. Die Konsistorialbezirke wurden in Superintendenturen bzw. Kirchenkreise eingeteilt. Osnabrück wurde Sitz eines Kirchenkreises. 1903 wurde der Konsistorialbezirk Osnabrück aufgelöst, als alle lutherischen Gemeinden der inzwischen zu Preußen gehörigen Provinz Hannover dem Landeskonsistorium in Hannover (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers) unterstellt wurden. Osnabrück wurde später jedoch wieder Sitz eines Sprengels, der sich ebenfalls in Kirchenkreise gliedert. Heute gehören alle lutherischen Gemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, zum Kirchenkreis Osnabrück innerhalb des gleichnamigen Sprengels der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.

Eine reformierte Bewegung ist in Osnabrück schon seit 1788 nachweisbar. Die Gläubigen waren seinerzeit jedoch der benachbarten Grafschaft Tecklenburg angeschlossen. Erst die vermehrte Zuwanderung reformierter Gemeindeglieder im 19. Jahrhundert führte 1889 zur Gründung einer eigenständigen reformierten Gemeinde in Osnabrück, die dem Konsistorium in Aurich unterstand. Aus dem Auricher Konsistorium war 1882 die heute als Evangelisch-reformierte Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland bezeichnete Kirche entstanden, die seit den 1950er Jahren ihren Sitz in Leer (Ostfriesland) hat. Die Osnabrücker reformierte Gemeinde konnte 1893 ihre eigene Kirche bauen, die Bergkirche. Sie war der erste Kirchenbau Osnabrücks nach der Reformation. 1926 entstand die Friedenskirche und in den 1960er Jahren wurden drei weitere reformierte Kirchen gebaut, die Gnadenkirche (1960), die Atterkirche (1962) und die Erlöserkirche (1966). Die reformierte Gemeinde Osnabrück gehört heute zum Synodalverband Emsland/Osnabrück, dem VII. Synodalverband innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche. Siehe hierzu auch Homepage der reformierten Kirche Osnabrück

Nachdem der Dom und die St. Johanneskirche in Osnabrück auch nach der Reformation katholisch blieben und Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des Hochstifts Osnabrück war, waren in der Stadt stets auch Katholiken. Das Verhältnis beider Konfessionen war in etwa ausgeglichen. Das im Jahre 809 errichtete Bistum Osnabrück war in den Wirren der Reformation stark verkleinert worden, doch bestand es stets fort. Nach Auflösung des Hochstifts Osnabrück wurde die Stadt 1824 Sitz des neu festgelegten Bistums Osnabrück. Dieses umfasste danach im wesentlichen das damalige Königreich Hannover. 1841 erhielt es die Jurisdiktion der Nordischen Mission und 1868 der Norddeutschen Mission. Formell wurden diese Gebiete 1930 dem Bistum Osnabrück angegliedert. Es war damit das flächengrößte Bistum Deutschlands. Bis 1995 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann wurde es dem neuen Erzbistum Hamburg zugeordnet. Die Pfarrgemeinden der Stadt Osnabrück gehören heute zum Dekanat Osnabrück, das jedoch auch eine Gemeinde umfasst, die nicht zur Stadt Osnabrück gehört.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch verschiedene Freikirchen in Osnabrück, im Einzelnen:

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) an der Kokschen Straße 74 - Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Zur eigentlichen Gemeindegründung kam es allerdings erst 1948. Dabei spielte der Flüchtlingszustrom aus den ehemals deutschen Ostgebieten eine große Rolle. Heute hat die Gemeinde 300 getaufte Mitglieder (ohne Kinder und Freundeskreis) und besitzt eine Zweiggemeinde in Diepholz. Der Gemeindepastor Jürgen Saß ist zugleich Präses der Nordwestdeutschen Vereinigung Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Freikirchlich-Evangelische Gemeinde, Hauswörmannsweg 90 Christus-Centrum Osnabrück der Freien Christengemeinde, Anna-Gastvogel-Str. 11 Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), Natruper Straße 14

Siehe hierzu auch die Website der Osnabrücker Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.

An weiteren Religionsgemeinschaften sind in Osnabrück die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Städtische Bühnen GmbH (Schauspiel, Oper, Operette)
  • die probebühne e.V. - Amateurtheater
  • Figurentheater
  • Plattdeutsche Spielgemeinschaft Voxtrup

Museen

  • Felix-Nussbaum-Haus
  • Domschatzkammer
  • Kulturgeschichtliches Museum
  • Museum am Schölerberg - Natur und Umwelt
  • Museum Industriekultur

Bauwerke

  • Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt
  • Bocksturm
  • Heger Tor
  • Kirchen
    • Dom
    • Dominikanerkirche
    • Katharinenkirche
    • Marienkirche
  • Pernickelturm
  • Schloss
  • Stadtwaage

Regelmäßige Veranstaltungen

  • vor Ostern: Frühjahrsmarkt
  • vor Ostern: Osnabrücker Kammermusiktage
  • Mai: Maiwoche in der Innenstadt
  • Sommer: Kulturnächte, Osnabrücker Volks-, Schützen- und Heimatfest
  • Juni - August: Osnabrücker Sommer - Städtisches Sommerkulturprogramm
  • Oktober: Steckenpferdreiten und "Klingendes Rathaus" (Friedensfest und Brauchtum)
  • November: Herbstjahrmarkt
  • November: Laternenfestwoche im Zoo
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten

Folgende Personen sind in Osnabrück geboren. Ob sie ihren späteren Wirkungskreis in Osnabrück hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr.

  • 1720, 14. Dezember, Justus Möser, † 8. Januar 1794 in Osnabrück, Schriftsteller
  • 1809, 19. August, Heinrich Abeken, deutscher Theologe
  • 1822, 23. März, Justus Wilhelm Lyra, † 30. Dezember 1882 in Gehrden, Pastor und Dichter
  • 1896, 22. Oktober, Adalbert Lutter, † 28. Juli 1970 in , Orchesterleiter ("Nach Hause gehn wir nicht)
  • 1898, 22. Juni, Erich Maria Remarque, † 25. September 1970, Schriftsteller ("Im Westen nichts Neues")
  • 1899, 17. November, Friedrich Vordemberge-Gildewart, † 1962, bedeutender Vertreter des Konstruktivismus
  • 1904, 11. Dezember, Felix Nussbaum, † 2. August 1944 in Auschwitz, jüdischer Maler
  • 1937, 13. Oktober, Rudolf Seiters, Bundesminister für besondere Aufgaben (1989-1991), Bundesinnenminister (1991-1993), Vizepräsident des Bundestages (1998-2002)
  • 1946, 19. Juli, Ulli Martin, Schlagersänger ("Monika", "Ich träume mit offenen Augen von dir")
  • 1949, 1. Februar, Harry Chrash, Sänger der Gruppe "Moonbeats" ("Living doll")
  • 1955, 8. März, Dr. Thomas Bellut, Journalist, Programmdirektor des ZDF
  • 1959, 19. Juni, Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen
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